ochskopf Narrenzunft Moorochs e.V. Bad Buchau

Ball der Saison 07.11.2009
Krautnudlaessa am 11.11.2009



Narrenzunft Moorochs

Narren erfinden neue Stadt im Kreis

Mit dem traditionellen Krautnudelessen begann am 11.11. um 11 Uhr 11 in Bad Buchau die fünfte Jahreszeit. Die Narrenzunft Moorochs hatte zum Fasnetsauftakt ins Kurzentrum eingeladen, und mit spaßigen Einlagen ein paar närrische Stunden geboten.

Bericht von Klaus Weiss 

Mit Büttel und einigen Zunfträten eröffnete Zunftmeister Uwe Vogelgesang pünktlich um 11 Uhr 11 die Fasnet in Bad Buchau. Genau genommen beginnt die Fasnet eigentlich erst an Dreikönig, aber die Gäste aus Nah und Fern, aus Politik und Wirtschaft waren einhellig der Meinung dass man Feste feiern muss wie sie fallen, und am 11.11. beginnt nun mal die närrische Zeit.

Bürgermeister Peter Diesch konnte in der Bütt sein Leid als Beamter klagen. Kein Tag vergehe ohne den obligatorischen Beamtenwitz, obwohl Beamte doch auch nur Menschen seien – wenn es auch nicht immer so aussehe. Stehe nichts in der Zeitung stimme was nicht, steht was drin verstehe man ihn nicht. Der einzige Lichtblick sei die Fasnet, Gott zum Lob. Hier sei er Mensch, hier darf er sein. Fasnet sollte immer sein.

Bürgermeisterkollege Ralf Kriz aus Oggelshausen brachte mit seinem lustigen Jahresrückblick die Lacher auf seine Seite und streifte mit seinen Reimendas Bad Buchauer Stadtgeschehen. Darunter auch die leidliche Vollgymnasiums-Debatte in der Stadt.

Volksaufstand fürs Gymnasium

In die gleiche Kerbe schlug Walter Hummler, Geschäftsführer im Gesundheits-Bad Buchau.  Der schlug in der Gymnasiumsache das Beispiel der Leipziger Nikolaikirche vor. Die Buchauer versammeln sich in der Stiftskirche zum „Progymnasium-Gedenkgottesdienst“. Mit der Zeitung, Rundfunk und Fernsehen wäre weltweite Aufmerksamkeit gesichert. Mappus, Öttinger, Schavan und Rau wären dabei wenn der Mob lautstark für ein Vollgymnasium protestiert.

Bad Buchau und Schussenried einfach zusammenlegen schlug der Präsident der Vereinigung der Freien oberschwäischen Narrenzünfte Peter Neudert vor. In Sattenbeuren  genau zwischen den Städten eine neues Zentrum kreieren, ein Rathaus, ein Bauhof und ein riesengroßes Feuwehrhaus und natürlich ein Schulzentrum.  Man bräuchte nur einen Schultes, und Buchau hätte wieder eine Brauerei und die Schussenrieder wieder ein Kurbad. Neudert wußte auch gleich den neuen Namen:  Große Narrenschtadt- Seebad Bucharied.

Eine nette Geste kam von Ehrenzunftrat Erich Renner gut an.  Renner fertigte kleine Moorochsen-Holzorden an, mit einer Schupfnudel auf der weißen Kochmütze. Diese Orden wurden nur an die Schupfnudelfrauen und Bedienungen verliehen.

Krautnudlaessa 2009

Eine neue Stadt zwischen Schussenried und Buchau schwebt den Narren vor.
Voilà: Dann hätten endlich alle, was sie wollen. Fotos: Klaus Weiss



24 Hände rollen die Schupfnudeln zum Narrengericht

Beim Empfang im Kurzentrum müssen rund 100 geladene Gäste versorgt werden. Seit etwas über 35 Jahren machen die Zunftfrauen dazu die beliebten Krautnudeln.

Bericht von Klaus Weiss

Einen Tag vor dem Termin trafen sich die zehn Frauen mit „Obernudelmacher“ Erich Renner in der Bäckerei Hofmann, der seine Backstube dazu zur Verfügung stellt, um aus dem Teig die „Buabaspitzle“ mit der Hand auszurollen. Aus Kartoffeln, Mehl, Salz, Wasser, Gries und Eiern werden die rund 15 Kilo Teig hergestellt.

Lustig geht’s an den beiden Arbeitstischen zu. Kaum zu Wort kommt Fabian Münz, der jüngste in der Runde, der zum erstenmal in der Frauenrunde dabei ist. Nudelchef Erich Renner lacht auf die Frage warum es gerade Krautnudeln sein müssen: „So genau weiß das keiner mehr, ist einfach Tradition geworden.“ Thea Obert, Erika Gaukel und Christl Funk sind nach eigenen Worten Gründungsmitglieder der „Nudelmacherzunft“ am Federsee. Aber auch andere sind schon seit mehr als 20 Jahren immer dabei. Zwei bis drei Stunden brauchen die 24 Hände, um die „Buabaspitzle“ zu formen und auf das Blech zu legen, wo sie dann in der Küche des Kurzentrums angebraten werden und mit dem Filderkraut vermischt werden.

Krautnudla Schupfen 2009   v

Alle Hände voll zu tun: Was hier gerollt wird, erfreut die Narren. Fotos: Klaus Weiss


 

Ball der Saison

bds

Moorochsen liefern kurzweilige Unterhaltung

„Talente und Stars vom Federsee“, unter diesem Motto ist der diesjährige „Ball der Saison“ der Buchauer Narrenzunft „Moorochs“ über die Bühne gegangen. Mit einem Programm, dass sich sehen lassen konnte, unterhielt die Zunft ihre Gäste. 

Bericht von Klaus Weiss

Schon der Einzug der zunfteigenen Schalmeien, der Zunfträte mit Zunftmeister Uwe Vogelgesang und einer Abordnung der Maskengruppen bot ein buntes Bild für die Ballbesucher. Zunftmeister Uwe Vogelgesang freute sich über ein volles Haus und etliche Ehrengäste, darunter der Präsident der Vereinigung der Freien oberschwäbischen Narrenzünfte, Peter Neudert. Die Bundeswehr aus Dornstadt und Mengen/Hohentengen, zu der die Moorochsen schon lange gute Beziehungen pflegen, war ebenso vertreten wie eine große Abordnung des Karnevalvereins aus Rüdesheim.

Nach der Vorstellung von Zunft und Masken ging es Schlag auf Schlag durch das Programm, hervorragend kommentiert von Karl Heinz Münz. Dazwischen spielte das Sterntaler Duo in angenehmer Lautstärke zum Tanz auf. Immer wieder versteht es Elke Ruetz mit ihrer Tanzgruppe zu begeistern. Mit zwei orientalischen Tänzen, wehenden Schleiern, glitzernden Pailletten und wogenden Hüften versetzten die Tänzerinnen, die jüngste gerade mal 12 Jahre alt, die Ballbesucher ins Reich von 1001 Nacht. Anhaltender Beifall war der Lohn der Tänzerinnen.

Den passenden Mann zu finden scheint nicht so einfach zu sein. Die acht „alt-ledigen“ Wallfahrerinnen des Katholischen Frauenbundes schickten Stoßgebete zu Sankt Schikanus, um an einen Mann zu kommen. Aber der erhörte die Fürbitten nicht und schickte „koin Maa“. Dafür schickten die Jungnarren unter Heidi Daser ihre Liliputaner auf die Bühne. Mit einer lustigen Tanzschau brachten die kleinen Tänzer das Publikum auf ihre Seite und die Stimmung im Saal war richtig ausgelassen.

Die gute Stimmung passte dann auch gleich zum nächsten Programmleckerbissen. Stilecht im Schottenrock marschierten die „Royal Sulgemer Crown Swamp Pipers“ – auf gut Deutsch die Königlichen Saulgauer Kronried Pfeifer – im Saal ein. Mit einer perfekten Präzision der Pfeifer und Trommler pfiffen sich die „Dudelsäcke“, darunter auch einige junge Damen, in die Herzen der Ballbesucher. Beim Ohrwurm „Amazing Grace“ waren die Gäste nicht mehr zu halten. Nicht umsonst wohl können die Musiker auf internationale Auftritte verweisen.

Aufhorchen ließ die Ankündigung von Nicki Leidigs Tanzgruppe. War schon in der Vergangenheit „Tabaluga“ ein Riesenerfolg, konnte man sich kaum eine Steigerung vorstellen. Mit einen Ausschnitt aus dem Musical „Tanz der Vampire“ wurden die Ballbesucher eines Besseren belehrt.

Mit Licht und Nebeleffekten, teilweise Live-Gesang und einer überzeugenden Choreografie war dies ein absoluter Ballhöhepunkt. Die Kinder spielten die Rollen mit Freude und perfekter Synchronisation. 

Aber da alles ein Ende hat, auch der schönste Ball, war das Finale nochmals eine Augenweide: alle Akteure zusammen auf der Bühne, vor der Bühne Schalmeien und Dudelsackpfeifer. Mit dem Moorochslied, die Hymne der Narrenzunft, ging ein tolles Programm zu Ende. Bis zum Morgen spielte das Sterntaler Duo.

bds  bds


 


Copyright © 1999 -2009 Siegfried Grimm
Letzte Bearbeitung 12. November 2009