ochskopfNarrenzunft Moorochs e.V. Bad Buchau

Geschichte und Maskenvorstellung



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Die Bad Buchauer Narrenzunft Moorochs und ihre Geschichte

Fasnet wurde in der ehemals Freien Reichstadt Buchau schon seit Jahrhunderten gefeiert. Schon 1672 wurde die Buchauer Fasnet in den Stiftsprotokollen erwähnt. Am Anfang 1900 feierte der Narrenverein Fidelia eine großartige Fasnet in Buchau mit dem Prinz Karneval als Symbolfigur, die dann allerdings mit den Beginn des Krieges eingestellt wurde.

 1963 wurde nach einjähriger Vorarbeit durch 10 junge Männer die Narrenzunft Moorochs ins Leben gerufen, um den infolge des zweiten Weltkrieges und der nachfolgenden Notzeit erloschenen öffentlichen Fasnetsbrauch zu neuem Leben zu erwecken. Diese kleine Gruppe hat sich zu einem über 1000 Mitglieder zählenden Brauchtumsverein entwickelt. Weithin bekannt sind die von dem hochgeschätzten Biberacher Holzbildhauer Josef Hasenmaile handgeschnitzten Holzmasken des Vater Federsees, der lieblichen Seerose, des Wellers, des Galgenvogels, des derben Riedmeckelers und als Krönung die namensgebende Gestalt des Moorochsen. Zum ersten großen Ringtreffen der Vereinigung Freier Oberschwäbischer Narrenzünfte" in Bad Buchau, der die Moorochsenzunft als Gründungszunft 1969 angehört, wurde 1988 die Zunftfahne im Gottesdienst zur Fasnetszeit gewiehen. Im Jahre 1990 wurde innerhalb der Narrenzunft zusätzlich ein Schalmeienzug als selbstorganisierte Gilde gegründet.

Weit über die Grenzen des Landes haben die Moorochsen den Namen der Stadt und des Federseerames bei ihren zahlreichen Auslandsauftritten in Südamerika, Frankreich, Irland, Österreich, Schweiz, Ungarn und den USA nachhaltig bestens vertreten. Als Höhepunkte der früheren Vereinsgeschichte dürften wohl neben den Auslandsreisen die zweimalige Ausstrahlung des 45-minütigen Fernsehfilm des SWF "Der fliegende Moorochs" 1984 und 1988, die Auftritte bei zwei Botschaftertreffen auf der Sonnenmatte, sowie der Narrensprung und die Jubiläumsfasnet 1993 anläßlich des 30-jährigen Bestehens der Zunft gewesen sein. Neben der Fasnetsbrauchpflege engagiert sich die Zunft sei jeher auch bei wohltätigen Aktionen zu Gunsten verschiedenster Einrichtungen der Stadt mit immensem Einsatz. So wurde unter anderem ab 1995 der steinige, kaum benützte Pausenplatz des Progymnasiums in ehrenamtlicher Tätigkeit zum vorbildhaften Pausenpark saniert und mit der abschließenden Einweihung des vielbeachteten Narrenbrunnens 1997 gekrönt.

Zum ihrem 40-jährigen Bestehen war die Moorochsenzunft am 09.02.2003 erneut Ausrichter eines großen Ringtreffens der Vereinigung Freier Oberschwäbischer Narrenzünfte in Bad Buchau, welches live im SWR-Fernsehen übertragen wurde.

Mit der Einweihung ihres Zunftheimes am 10.06.2012 haben sich die Moorochsen im Haus der Vereine einen lang gehegten Wunsch erfüllt und großzügige Räumlichkeiten im gesamten Erdgeschoss sowie einen Küchen- und Lageranbau bezogen.

Unter dem Motto "50 Jahre Buchauer Moorochsenfasnet " wird im Jahr 2013 ganzjährig das 50-jährige Jubiläum gefeiert.

Maskenbeschreibung

Die Gründer der Narrenzunft wollten eine originelle Neuschöpfung auf heimatgeschichtlicher Grundlage, die Schaffung kunstgewerblicher Masken zur Verkörperung von Gestalten aus Natur und Geschichte der Federseeheimat mit den dazu passenden Narrenhäs.

Diese Masken sind nachfolgend einzeln beschrieben und werden demnächst noch mit passenden Bildern ergänzt.Vorerst ist ganz am Ende dieser Seite nochmals die ganze Maskengruppe dargestellt.

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Vater Federsee
Der Vater Federsee


Eine Einzelmaske mit gelbgrünem Kopf und Schilfbart. Beschützer des Federseegebietes und der Zunft. Als Zeichen seiner Würde trägt er das dreizackige, gabelartige Herscheremblem. Dieser Wassergeist ist eine Art schwäbischer Neptun. 
Der Moorochs
Die Moorochsen


Sie gaben der Zunft ihren Namen und sind auch ihr Stolz wegen der Einmaligkeit der Maske. Ihr urwüchsiger Ochsenkopf soll jedoch kein Hornvieh verkörpern, vielmehr soll er die im Federseeschilf beheimatete "große Rohrdommel" versinnbildlichen. Dies ist ein Wasservogel, der wegen seines dumpf-brüllenden, weithin hörbaren Rufes seit altersher im Volksmund "Moorochs" genannt wird. Sein häufiges Rufen im Frühjahr wird als Omen für ein fruchtbares Jahr begrüßt. 
Die Seerose
Die Seerose


Zu dieser, auf den Wassern des Federsees schwimmenden, herrlichen Blüte, paßt so recht die für sie erdachte lieblich lächelnde und der holden Weiblichkeit vorbehaltene Maske, deren Haarscheitel durch eine Seerose geziert wird. Übrigens: Die Seerose steht unter Naturschutz - Auch während der Fasnet! - "Seerosen dürfen daher weder gepflückt noch mit nach Hause genommen werden! 

Der Weller

Die Weller


Gemeint ist damit Europas größter Süßwasserfisch, der nur in wenigen Moorseen heimisch ist. Im Federsee wurde der Weller ( auch Wels genannt) schon des öfteren in Exemplaren von fast 2 m Länge und bis zu 50 kg Gewicht gefangen. Sein froschähnliches, breites Gesicht mit den antennenartig abstehenden Fühlern läßt nichts von seinen gefährlichen Reißzähnen ahnen mit denen er die größten Fische verspeist. Der Federseeweller gilt in der heimischen Gastronomie als ausgesprochene Delikatesse bei dessen Namen jedem Gourmet schon das Wasser im Munde zusammenläuft. 

Der Galgenvogel


Die Galgenvögel


Sie umflatterten im Mittelalter den beim Stadtteil Kappel stehenden Galgen des Hohen Gerichts sowohl der Freien Reichsstadt Buchau als auch des Kaiserlichen Gefürsteten Damenstifts Buchau, wenn dort ein Mörder oder Räuber hingerichtet worden war. Die Galgenvogelmaske zeigt daher ein gieriges Gesicht mit scharfen Augen und einem lagen, spitzen Schnabel. 

Der Riedmeckeler

Die Riedmeckeler


Auch ihr Name stammt aus der Sprache des Federseevolkes, welches diese Bezeichnung jenen Männern gab, die früher den Torf im Federseeried durch Stechen und Trocknen zur Brennstoffgewinnung abbauten. Deshalb ist die Riedmeckelermaske mit ihren derben, wetterharten Gesichtszügen typisch für die Federseelandschaft. Die leicht gerötete Nase soll auch auf den allzuhäufigen Verzehr des schwäbischen Nationalgetränkes "Most" hinweisen. Die Gestalt des Riedmeckelers soll den heute ausgestorbenen Beruf des Torfstechers für die Nachwelt festhalten.

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