60 Jahre Gabel - Die Gabelzünfte feierten ihr Jubiläum
Die Narrenzünfte Moorochs aus Bad Buchau und Gloggasäger aus Ertingen, sowie die Dürmentinger Dreiviertelsnarren und die Schelmenzunft aus Heudorf feierten als Gabel gemeinsam in Dürmentingen ihren 60. Geburtstag.
Zum Auftakt der Feierlichkeiten wurde am vergangenen Freitag bei dichtem Schneetreiben erstmalig zum Jubiläum in Dürmentingen die neue große Gabel als Gabelbaum aufgestellt. Ein Geschenk, dass sich die Gabel selbst machte. Der Ertinger Heini und Zunftmeister Alexander Jovanovic moderierte das Spektakel vor der Festhalle, wo mit viel Hau-Ruck und mit den vereinten Kräften der Baumsteller langsam der Gabelbaum aufgerichtet wurde. "Mir send d'Gabel hand vier Zenka, und so bleibts do brauchst nix denke...." tönte es nach getaner Arbeit beim gemeinsamen Singen der eigenen Hymne, des Gabelliedes.
Zum anschließenden großen Jubilumsabend konnte die Gabelbruderschaft viele Gäste aus nah und fern begrüßen. Vertreter der OHA-Bruderschaft und vieler weiterer VFON-Zünfte, darunter Burladingen, Zwiefalten, Steinhilben, Obermarchtal, Unlingen und Blaustein, ließen es sich nicht nehmen der Gabel zu ihrem 60- jährigen Bestehen zu gratulieren.
Beim prächtigen Einzug der vier Gabelzünfte angeführt von der Lumpenkapelle "Ertinger Rampensauen", bekamen die Besucher gleich ordentlich etwas auf die Ohren und die Stimmung im Saal kochte gleich zu Beginn.
Die Vorstände der Dreiviertelsnarren Frank Kettnaker und Markus Städler begrüßten lautstark und überschwänglich die Ehrengäste im Saal.
"Ich grüß ganz herzlich alles Gäst ond gratulier zu diesem tollen Fescht ond übermittle hier reihum, die Grüße vom Präsidium!" so der Präsident derVereinigung Freier Oberschwäbischer Narrenzünfte Reinhard Siegle, der die Grußworte zum Jubiläum eröffnen dürfte. Mit den Narrenrufen Moor - Ochs! Heini - Hanoo! Narra - Raus! und Ätsche - Gätsche! Gratulierte er den Gabelzünften zu ihrem 60sten Jubiläum. "Ganz stolz darauf send mir fürwahr, dass Gabel Gründungsmitglied war, denn d'Gabel ond OHA hend des g'schafft, ond dia VFON ans Leba bracht. So hat die Gabel meine Lieben, entscheidend an unserer Erfolgsgeschichte mitgeschrieben." so der Präsident weiter.
Auch Landrat Mario Glaser ließ es sich nicht nehmen der Gabel zu ihrem Jubiläum zu gratulieren: "Den Dreiviertelsnarren die nur 75 Prozent der Zeit für Heiterkeit sorgen und sich den Rest als eine Notration guter Laune für schlechte Zeiten zurückhalten, den Ertinger Gloggasägern als Taktgeber der Gabel, den Schelmen aus Heudorf die immer gewitzt, lustig und stets zu Streichen aufgelegt sind und schließlich dem Moorochs aus Bad Buchau, der mit seiner unerschütterlichen Kraft das Fundament der Gabel sicherstellt.", so der Landrat. Interessant war, was dieser sonst noch alles aufgegabelt hatte. Anders als ein Löffel, der alles wahllos aufnimmt, nehmen die Zinken einer Gabel alles zielgerichtet auf und so wünscht er sich die Freude an der Sache und die Strukturen der Gabel auch manchmal bei Kreistagssitzungen.
Auch die Bürgermeister der Gabelgemeinden Peter Diesch für Bad Buchau, Jürgen Köhler für Ertingenund Dietmar Holstein für Dürmentingen und Heudorf gratulierten ihren traditionsreichen Zünften zumgemeinsamen Gabeljubiläum. Sie verzichteten auf übermäßiges Schwätzen und wollten lieber zum Feiern überleiten.
Gesagt - getan! Und schon schalte es "Roooobert, Roooobert" durch den Saal. Carmen Sanna aus Bad Buchau und Robert Dreher aus Dürmentingen eröffneten in verdrehten Rollen das ühnenprogramm, das mit Programmpunkten aus den vier Gabelzünften gestaltet wurde.
Die Gardemädels der Buchauer Moorochsenzunft eröffneten den bunten Reigen der Programmpunkte. Zu schmissiger Musik, präsentierten sie perfekte Beinakrobatik der Spitzenklasse.
Danach hieß es "Willkommen im Gefängnis!" bei den kriminellen Tänzerinnen der Jugendtanzgruppe aus Daiberstetten, die mit tollen akrobatischen Einlagen über die Bühne wirbelten.
Die begnadeten Heudorfer Sängerinnen parodierten die häufigen Probleme vor dem Kleiderschrank, wenn zur mühevoll gewählten Garderobe schließlich die passenden Schuhe fehlen. Der Applaus zeigte die Bestätigung aus dem wahren Leben.
Ein weiterer richtiger Knaller war das Damenbalett der Dreiviertelsnarren mit einer durchgefeilten Choreographie indischer Tänze, zauberhaften Kostümen und höchst anmutigen Bewegungen.
Neben kreativem und sportlichem Programm gab es auch einen historischen Rückblick. Schelmenzunftmeister Rainer Hölz ging auf die nunmehr 60-jährige Geschichte der Gabel ein. Angefangen vom Dreierbund Bad Buchau, Dürmentingen und Ertingen, welcher die Gabel am
05. Februar 1966 in Dürmentingen gründete, bis zum 50-jährigen Jubiläum der VFON, bei der die Landschaft Gabel im Jahre 2019 als Novum gemeinsamer Ausrichter des Jubiläumsringtreffens war.
Zum großen Finale brachten die Dürmentinger Schalmeien den Saal nochmals so richtig zum Beben und danach wurde in der Halle und im angrenzenden Zelt noch lange ausgiebig weiter Fasnet gefeiert.
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